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Zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) in Mannheim konnten wir, in Zusammenarbeit mit Dr. Chhatwani (Lüdenscheid), unsere neuen Forschungsergebnisse präsentieren.

 

Der Versatz der Kondylen zwischen habitueller und zentrischer Okklusion bei Patienten mit und ohne CMD-Symptomatik

Chhatwani S, Gebhardt PF, Chhatwani B

 

ZIEL

In dieser Studie wurde an 26 Patienten mit CMD Symptomatik und 17 asymptomatischen Patienten der Versatz der Kondylen zwischen einer Bissnahme in habitueller Okklusion und in Zentrik bestimmt um zu überprüfen ob die Kondylenposition einen Einfluss auf die Ätiologie einer CMD-Erkrankung haben kann.

 

MATERIAL UND METHODEN

An 43 Patienten (26 CMD-Symptomatik, 17 asymptomatisch) wurden diagnostische Modelle, ein Quetschbiss in habitueller Okklusion und ein Power-Centric Biss nach Roth erstellt.

Bei allen Patienten wurde eine manuelle Funktionsdiagnostik der Kaumuskulatur durchgeführt. Patienten ohne druckdolente Kausmuskulatur oder Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks wurden in die asymptomatische Gruppe eingeteilt. Die CMD-Patienten ermittelten sich aus einem Pool von Patienten welche sich von selbst auf Grund einer CMD-Symptomatik in unserer Praxis vorgestellt haben. Schmerzfreie Patienten mit lediglich einem isolierten Knacken wurden aus dieser Gruppe ausgeschlossen.

Nach arbiträrer Scharnierachsenübertragung mittels eines Gesichtsbogens wurden der Oberkiefer und der Unterkiefer mit Hilfe des Zentrikbisses in einen Artikulator montiert. Mit einem Mandibular-Positions-Indikator wurde der Versatz der Kondylen im Quetschbiss registriert. Es wurden sagittale und horizontale Veränderungen jeweils für die linke und rechte Seite und zudem der transversale Versatz beider Kondylen ermittelt.

 

ERGEBNISSE

Die Anzahl der Patienten mit einem transversalen Versatz von mehr als 0.5mm war in der symptomatischen Gruppe (62%) signifikant höher als in der Kontrollgruppe (12%).

Es bestand kein signifikanter Unterschied in den sagittalen und horizontalen Veränderungen für den jeweiligen Kondylus der linken bzw. rechten Seite.

 

SCHLUSSFOLGERUNG

Bei symptomatischen und asymptomatischen CMD-Patienten besteht ein signifikanter Unterschied im kondylären transversalen Versatz zwischen habitueller und zentrischer Okklusion. Dies indiziert, dass die Position des Kondylus einen Einfluss auf die Entstehung einer CMD-Erkrankung haben kann - schließt aber eine individuelle Adaptation des Patienten nicht aus. Die transversale Verschiebung lässt sich an handgehaltenen Modellen nicht feststellen.

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