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Die Explantation des Gaumenimplantates mittels atraumatischer Ratsche im Vergleich zur konventionellen Trepanation

C. Jacobs1, S. Chhatwani2, B. Chhatwani3, PF Gebhardt4, H. Wehrbein1
Polikliniken für Kieferorthopädie, 1Universitätsmedizin Mainz, 2Universität Witten-Herdecke, Private Praxen in 3Lüdenscheidt, 4Berlin.

Zielsetzung:

Die Studie verglich die Explantation des Gaumenimplantates mittels einer Ratsche gegenüber der Trepanation. Anästhesiemenge und Dauer des Eingriffs wurden verifiziert.

Material und Methode:

21 Patienten (12 w, 9 m) mit einem Durchschnittsalter von 15,8 ± 3,4 Jahren wurden in die Studie einbezogen. Alle Patienten wurden kieferorthopädisch unter Verwendung eines Gaumenimplantates (Orthosystem, Straumann, Schweiz) in derselben Praxis (Praxis Chhatwani, Lüdenscheid) behandelt (Abb. 1). Bei Gruppe A (n = 12) wurde das Implantat mittels einer Ratsche entfernt (Hänggi et al., 2015), bei Gruppe B (n = 9) mittels Trepanation. Anhand von Fragebögen (Visual Analog Skala, VAS, 0-10) wurden Schmerzlevel, Druck-/ Zugspannungen, Eingriffsdauer und Geräuschentwicklung von den Patienten erfragt. Der Behandler wurde bezüglich der Kraftanwendung, Dauer und dem Handling befragt. Anästhesiemenge, Dauer und Entstehung einer Mund-Antrum- Verbindung (MAV) wurden verifiziert (abb. 2).

Ergebnisse:

1) Der Schmerzlevel bei der Entfernung lag in der Gruppe A mit 3,8 höher als in der Gruppe B mit 2,4. Die Druck-/ Zugspannungen waren ähnlich (A: 5,1 vs. B: 4,6).

2) Gruppe A empfand den Eingriff als kürzer (3,1 vs. 6,3) mit weniger Geräuschentwicklung (0,6 vs. 2,9).

3) Die Einschätzung des Behandlers bezüglich der angewendeten Kraft war vergleichbar groß (A: 2,6 vs. B: 2,8), die empfundene Dauer in Gruppe A deutlich kürzer (1,3 vs. 7,6). Bei beiden Verfahren fühlte der Behandler sich sicher (9,0 vs. 9,5).

4) In Gruppe A wurde bei 3 Patienten eine Infiltrationsanästhesie zusätzlich zur Oberflächenanästhesie benötigt, in Gruppe B bei allen Patienten (1,7 ± 0,3 ml).

5) Die Dauer der Explantation betrug in Gruppe A durchschnittlich 4 min., in Gruppe B 12 min.

6) Eine MAV trat in beiden Gruppen nicht auf.

Schlussfolgerung:

Die Explantation mittels einer Ratsche anstelle der Trepanation stellt eine innovative, sehr praktikable Option zur Entfernung des Gaumenimplantates dar. Eine Infiltrationsanästhesie kann hiermit häufig umgangen werden.

 

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